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Sieben Dächer auf einen Streich

Blendfreies Spezialglas für sanierten Glaspalast Sindelfingen

Genau 7,3 Sekunden zeigt die Stoppuhr, als Colin Jackson nach sei-nem Lauf über 60 Meter Hürden durch das Ziel sprintet – Weltrekord. Der Ort, an dem Jackson vor mehr als zwei Jahrzehnten Geschichte schreibt, ist noch immer ein einzigartiges Wahrzeichen für Top-Leistungen des Spitzensports: der Glaspalast in Sindelfingen. Und er steht für eine Architektur, die mit ihrer Formensprache diese Einzigartigkeit unterstreicht. Die markanten Satteldächer wurden jetzt mit knapp 3.100 Quadratmetern blendfreiem Spezialglas ISOLAR VISOREX tube neu verglast. Ebenfalls verbaut ist Sonnenschutzglas, mit dem es auch an heißen Tagen im Gebäude angenehm kühl bleibt.

Wer durch die Arena des Glaspalasts im Westen Sindelfingens geht, kann sie spüren: diese besondere Atmosphäre, wie sie oft an Orten herrscht, an denen Menschen Großes vollbringen. Als offizieller Olympiastützpunkt für Judo und Leichtathletik, zentraler Trainingspunkt zahlreicher weiterer Sportarten und Wettkampfstätte ist der 1977 eröffnete Glaspalast bis heute eine der bedeutendsten Sportstätten der Deutschen. Der hier 1994 von Colin Jackson aufgestellte Weltrekord über 60-Meter-Hürden der Männer ist noch immer unüberboten. Auch für Messen, Events und Konzerte sind die insgesamt 4.200 Quadratmeter Veranstaltungsfläche im Einsatz. Entworfen wurde der Glaspalast vom weltberühmten, inzwischen verstorbenen Architekten Günter Behnisch und steht unter Denkmalschutz.

Gleichmäßiger Lichteinfall durch Waben-Technik

Knapp 40 Jahre nach der Eröffnung befasst sich das Büro Behnisch Architekten um Behnischs Sohn Stefan mit der Sanierung des Glaspalasts. Zu den Zielen gehört: die einzigartige Architektur des Gebäudes erhalten und die Energieeffizienz verbessern. Für die sieben Satteldächer mit ihren filigranen gras- bis türkisgrünen Tragkonstruktionen und angrenzenden Erkern fiel die Wahl auf rund 3.100 Quadratmeter ISOLAR VISOREX tube. Dieses Spezialglas stammt vom Glasveredler Glas Wagener. In das Glas integriert sind unzählige 2,5 und 3,5 Millimeter dicke, weiße Röhrchen ähnlich kleiner Strohhalme. Diese sogenannte Waben-Technik leitet bis zu 70 Prozent des Tageslichts in das Objektinnere und reduziert gleichzeitig wirkungsvoll den Blendeffekt. Das Licht wird mehrfach reflektiert und fällt als gleichmäßiger Lichtkegel in das Gebäude ohne beispielsweise Schatten auf der Laufbahn zu hinterlassen. Das ist enorm wichtig, etwa wenn Leichtathleten bei Wettkämpfen wie den Deutschen Meisterschaften um Zehntelsekunden oder Millimeter kämpfen und bestmögliche Sicht benötigen.

Sonnenschutzglas spart Energiekosten

Die Außenscheibe der Isoliergläser ist mit der Sonnenschutzschicht sunbelt A60 von arcon versehen. Diese Schicht sorgt an heißen Tagen dafür, dass es im Gebäudeinneren angenehm kühl bleibt. Bei kalter Witterung verhindert der spezielle Aufbau der Beschichtung, dass Wärme von innen nach außen dringt. Das spart Energiekosten. Auf zusätzliche Beschattungsmaßnahmen wie Rollos kann verzichtet werden. Lediglich ein Verdunkelungsschutz ist unterhalb der Dachglas-Konstruktion installiert. Dieser soll verhindern, dass beispielsweise bei Konzerten Tageslicht in die Halle fällt.

Objektlegende

Bauherr: Stadt Sindelfingen, Hochbau und Technik, Rathausplatz 1, 71063 Sindelfingen Architekt: Behnisch Architekten, Rotebühlstraße 163, 70197 Stuttgart Metallbauer: Jet Brakel Aero GmbH, Alte Hünxer Str. 179, 46562 Voerde